Recht & Vertrauen
Recht am eigenen Bild & DSGVO: deine Rechte bei KI-Werbung
Von Moritz Lumetsberger
Dein Gesicht gehört dir — rechtlich ausgedrückt: du hast das Recht am eigenen Bild. Das ist in Deutschland im KUG §22 verankert und in Österreich über das Persönlichkeitsrecht geschützt. Bei KI-Werbung kommt eine zweite Ebene dazu: die DSGVO.
Zwei Rechtsebenen, ein Gesicht
- Recht am eigenen Bild (KUG §22): Die Verbreitung eines Bildnisses braucht grundsätzlich deine Einwilligung.
- DSGVO, Art. 9: Ein Gesicht, das zur eindeutigen Identifizierung verarbeitet wird, ist ein biometrisches Datum — eine besondere Kategorie mit strengen Anforderungen an die Einwilligung.
Genau hier liegt das Risiko für Marken, die einfach ein KI-Gesicht generieren, hinter dem kein einwilligender Mensch steht: Taucht später eine reale Person auf, die dem Bild ähnelt oder es als ihres erkennt, fehlt die Grundlage.
Warum „einverständlich" der Kern ist
Komparserie löst das an der Wurzel: Jede Lizenz beruht auf einer echten, dokumentierten Einwilligung — in zwei Stufen.
- Standing-Opt-outs bei der Anmeldung (z. B. keine Politik, kein Glücksspiel).
- Eine kampagnenbezogene Einwilligung pro Projekt, bevor irgendetwas erzeugt wird.
Beide Einwilligungen werden als Nachweis gespeichert. Ohne sie wird keine Lizenz ausgestellt — das ist im System fest verankert, nicht nur eine Hausregel.
Du behältst die Kontrolle
Weil Persönlichkeitsrechte nicht vollständig abtretbar sind, gibt es bei uns keinen echten unbegrenzten Buy-Out. Ein Widerruf aus gutem Grund ist ein vorgesehener, geordneter Vorgang — keine rechtliche Grauzone.
Häufige Fragen
- Darf mein Gesicht ohne Einwilligung in KI-Werbung verwendet werden?
- Nein. Das Recht am eigenen Bild (KUG §22) verlangt eine Einwilligung zur Verbreitung. Bei biometrischen Daten greift zusätzlich Art. 9 DSGVO mit besonders hohen Anforderungen.
- Kann ich meine Einwilligung widerrufen?
- Ja. Die Persönlichkeitsrechte sind nicht voll abtretbar — eine echte, unbegrenzte Abtretung gibt es nicht. Ein Widerruf aus gutem Grund ist möglich; bei Komparserie ist er als geordneter, definierter Vorgang eingeplant.